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Auf diesem Blog möchte ich mich mit Themen wie Liebe, Beziehungen, Sex, Lebensentwürfe und Lifestyle beschäftigen und auch einige persönlichen Erfahrungen teilen. Ich wende mich seit einer Zeit immer mehr von dem Modell der romantischen Zweierbeziehung ab und entdecke immer mehr Alternativen, an denen ich mich gerne probiere. Die Artikel sind thematisch gesammelt, schaut einfach mal rein!

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Sexismus im Alltag, No 1 04.11.2013

Im Folgenden möchte ich euch einige Erlebnisse, die ich in meinem direkten oder weiteren Umfeld machte und mache mitteilen, einige davon sind sicherlich auch alltäglich. Sie beziehen sich vor allem auf Sexismus und Sexualisierung und ich erzähle dies um allen Interessierten so gut es geht und nach meinem Wissen zu erklären was daran sexistisch/sexualisiert ist, und warum das nicht okay ist. Ich erhoffe mir damit so vielen Menschen wie möglich den Blick für Sexismus ein bisschen mehr zu schärfen, gleichzeitig kann ich mit den Begründungen die ich gebe schon einiges meines Wissens mit euch teilen und neue interessante Themenfelder andeuten. Ich halte es auch in unserer heutigen Zeit für sehr notwendig, dass jemensch sich mit diesem Thema auseinandersetzt, vor allem aber Frauen und diejenigen, die wegen ihrer Sexualität oder Geschlechtsdefinition häufig betroffen von sexistischen Gängeleien und Übergriffen sind.

 

Zum Schluss noch eine Triggerwarnung, es werden zum Teil sehr explizit Situationen und Gewalt beschrieben, alles in diesem Tagebuch hat mit Übergriffigkeit zu tun!
In diesem Artikel geht es um Date-Rape!

 

Ich trieb mich in den Tiefen facebooks umher als ich auf eine Seite mit Sexgeschichten kam. Da beschrieben viele was ihnen irgendwann mal schief gegangen ist, peinliche Situationen und sowas.

Ein Mädel beschrieb wie sie von ihrem Freund ans Bett gefesselt (und geknebelt? weiß nicht mehr) und gefickt wurde, dann ging er raus, sein Mitbewohner kam rein und fickte sie auch. Das fand sie ja "sooo geil".

Absprachen? körperliche Gewalt? Safer Sex? 

 

Mensch konnte der Beschreibung nicht entnehmen, ob das Vorhaben mit der jungen Frau abgesprochen war und ob sie dem zugestimmt hatte, auch nicht ob es geschützen Geschlechtverkehr gab oder ungeschützten. In meinem Tagebuch nehme ich den Fall an, dass der Geschlechtsakt so nicht abgesprochen war und nicht auf einvernehmlicher Basis aller Beteiligten stattgefunden hat. (Das erscheint mir laut der Beschreibung ziemlich wahrscheinlich und bildet aber vor allem ein gutes Fallbeispiel für das Sexismustagebuch.)


Warum das nicht okay ist
Wenn es nicht mit ihr abgesprochen war, ist die Sache doch schon sehr kritisch zu betrachten, wie ich finde. Ich an ihrer Stelle, hätte solche sexuelle Handlungen, die ohne Absprache mit mir und daher auch ohne mein Einverständnis gefolgt wären, als Vergewaltigung empfunden. Und das ist durchaus legitim.
Jede*r hat das Recht für sich selber zu bestimmen was sie*er möchte und was nicht, und zwar bevor irgendetwas gemacht wird. Egal ob mensch sich in einer Partnerschaft befindet oder nicht.

Der Vollzug unabgesprochener sexueller Handlungen, wenn, oder gerade weil in einer Partnerschaft, kann nur aus einem Besitzdenken herrühren, aus dem der Betreffende gehandelt haben muss, indem er der Meinung war, nicht mal mehr fragen zu müssen, was er mit seiner Freundin  anstellen und lassen darf. Genauso übergriffig hat sich natürlich auch der Mitbewohner verhalten.
Um das noch kurz zu erläutern: Besitzdenken weil der Typ anscheinend angenommen hat er könnte für seine Freundin bestimmen, bzw. es sei sicher okay, auch ohne sie zu fragen. So dürfen Menschen eigentlich nur mit sich selber umgehen, über sich selbst entscheiden, ficken oder sich ficken lassen.
Indem er sie fesselt, fickt und ficken lässt, weitet er diese eben beschriebene Entscheidungskompetenz, die er eigentlich nur für sich selber hat, ungefragt auf seine Freundin aus, als wäre sie ein Teil von seinem Körper. Das ist nicht okay!

Das ist außerdem ein Verhalten, welches häufig bei Männern zu beobachten ist, natürlich in unterschiedlichen Graden der Schwere. Das "Über-Andere-entscheiden" als wären Mann alleiniger Herrscher der Welt und Mittelpunkt des Kosmos wird Jungs in ihrer Sozialisazion zu Jungs/Männern beigebracht und unterstützt. Es ist Teil des sexistischen Systems, da sich das "über-Andere-entscheiden" systematisch vor allem gegen Frauen richtet. Dies wiederum hat diverse Ursachen und Nutzen, auf die ich hier nicht genauer eingehen möchte. Außer dass dieses Verhalten Frauen unter anderem natürlich immer wieder daran erinnert, wie wenig sie selber zu entscheiden haben und dass sie als Teil des Mannes behandelt werden.

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