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Auf diesem Blog möchte ich mich mit Themen wie Liebe, Beziehungen, Sex, Lebensentwürfe und Lifestyle beschäftigen und auch einige persönlichen Erfahrungen teilen. Ich wende mich seit einer Zeit immer mehr von dem Modell der romantischen Zweierbeziehung ab und entdecke immer mehr Alternativen, an denen ich mich gerne probiere. Die Artikel sind thematisch gesammelt, schaut einfach mal rein!

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Offene Beziehung ausprobieren # 3 28.08.2014

Ich habe schon sehr lange nichts mehr zu dem Thema geschrieben, das lag allerdings nicht daran, dass nichts passiert wäre, also trage ich die wichtigsten Entwicklungen jetzt nach.



Ich habe in meiner offenen Beziehung mehrere Menschen getroffen und auch Sex mit denen gehabt. Mit der ersten Person bin ich befreundet gewesen. Wir hatten wieder einmal eine Verabredung ausgemacht und machten uns einen schönen Nachmittag und Abend. Wir haben im Laufe der Zeit etwas geraucht gehabt, uns gut unterhalten und uns gegenseitig in unserer guten Laune noch mehr gepusht, das hat sehr gut getan. Beli (*abgeänderter Name) zeigte mir an dem Abend viel von sich. Wir kamen uns körperlich näher, und eigentlich war in dem Moment alles gut für mich. Das einzige, was mir noch im Kopf rumspukte, als er mich streichelte, war wieder mal die Frage danach ob ich ihn über meine Beziehung gleich 'aufklären' sollte, oder nicht. Schließlich ist das Modell der offenen Beziehung in unserer Gesellschaft nicht besonders verbreitet nochangesehen. Andererseits ist mir klar, dass ich nichts verspreche, solange ich es nicht wörtlich ausspreche, womit ich also keinen Grund hatte mich irgendwie zu rechtfertigen oder etwas klarzustellen. Ungefragt. Ich habe angehoben um ihm zu sagen dass diese Intimitäten für mich erstmal nicht mehr bedeuteten, aber ich konnte kaum ein paar, dann unverständliche, Worte sagen, bevor er mir gleich etwas entgegnete, dass danach klang als wäre das schon in Ordnung und als würde er in dem Moment nicht reden wollen. Wir haben also nicht geredet, schönen Sex gehabt und sind glücklich eingeschlafen. Am nächsten Tag musste er ziemlich zügig weg, in der Eile und wegen unserer beider Müdigkeit haben wir uns da kaum noch unterhalten.

Das nächste mal als ich von ihm hörte wollte er zu mir zu einer Party kommen, zu welcher sich allerdings schon mein Freund angemeldet hatte. Beli wollte sich bei mir einen Schlafplatz sichern, mein Freund hätte an dem Abend vermutlich allerdings auch gern bei mir mit mir geschlafen. Es wäre nicht möglich gewesen beide mitzunehmen, und meinen Freund auszuladen, das hab ich nicht über mich gebracht. Also schrieb ich Beli dass er schon bei mir schlafen könnte, dass mein Freund aber auch an dem Abend auf der Party wäre und dann ebenfalls bei mir schlafen würde. Damit war es raus. Beli kam zwar auf die Party, suchte sich aber lieber einen anderen Schlafplatz. Mich hat diese Situation enorm gestresst, so sehr dass ich den längsten Teil des Abends auf der Party gearbeitet habe, um niemandem von beiden über den Weg zu laufen. Nur so circa fünf Minuten habe ich Beli beim Rauchen getroffen und wir haben uns steif und kurz über alles andere als über uns unterhalten.

Ich hatte meinem Freund, der immer sehr neugierig war, erzählt dass ich mit diesem Freund an dem speziellen Abend 'was hatte', er fand es nicht mehr so in Ordnung zu wissen dass dass dieser Freund mich jetzt besuchen und bei mir schlafen wollte, er wurde doch eifersüchtig. Und er hätte es sehr blöd von mir gefunden wenn ich ihn ohne Begründung von der Party ausgeladen hätte. Mein Freund entschied sich dazu doch nicht zu der Party zu gehen, aber wie ich nacher von ihm hörte bekam ihm die Situation nicht gut. Neulich habe ich Beli seit langer Zeit vorsichtig nach einem Treffen gefragt, ich wollte ihn auf seiner Veranstaltung besuchen. Er antwortete dass seine Freundin aber auch dabei sei. (Mit der Freundin ist er erst zusammen gekommen, nachdem zwischen uns was gelaufen war und nach seinem Besuch.)Ich war ein bisschen traurig als ich die Antwort laß, dabei weiß ich gar nicht so genau warum ich traurig war. Ich habe unseren Termin verschoben, mit dem Vorwand dass ich mich in der Gegenwart von Pärchen immer wie das fünfte Rad am Wagen fühle. Das stimmt zwar, der eigentliche Grund war allerdings dass seine Freundin nicht sehen wollte, und nicht ihn mit seiner Freundin. Ich glaub ich war auch ein bisschen eifersüchtig, denn ich hab es ziemlich schön mit ihm gefunden. Und ich muss davon ausgehen (immer noch nicht drüber geredet), dass er eine monogame Beziehung führt, in der es keinen Platz für mich geben wird.



Die zweite Affäre, oder wie mensch es nennen mag, hatte ich mit jemanden, der mir schon seit einem halben Jahr immer wieder über den Weg gelaufen war, und mit dem ich mehr und mehr gut unterhalten hatte. Auerdem hatte er mich auch ein bisschen angeflirtet. Ihm erzählte ich, sobald wir das erste mal zu zweit allein waren, von meiner offenen Beziehung, und dass ich mit meinem Freund zu diesem Zeitpunkt sogar schon ein ganzes Jahr zusammen war. K. (*abgeändert) fragte mich ob er mich trotzdem küssen dürfe, ich freute mich darüber dass er nicht 'abgeschreckt' schien, und küsste ihn gerne. Wir verabredeten uns daraufhin einige Male und er gestand mir ziemlich schnell wie gern er mich mochte, sagte allerdins auch, dass er generell schon ein eifersüchtiger Typ sei und dass er nicht wisse, wie lange unsere Affäre für ihn gut wäre. Obwohl wir darüber viel miteinander redeten und obwohl er jederzeit hätte aussteigen können, wurde es immer eifersüchtiger. Als er eines Abends sehr betrunken war, meinte er dass ihm irgendwann noch mal die Hand ausrutschen würde, und dass er meinem Freund ja aber in die Niere schlagen könne damit ich sein Gesicht noch heile hätte. (ja, das ist ganz schön krass! Und kam für mich ziemlich unerwartet, so viel Gewalt hatte ich nicht von ihm erwartet.) Ich fühlte mich meinem Freund gegenüber verpflichtet, ihm vorsichtshalber von dieser Drohung zu erzählen, denn ich wusste nicht wie ernst wir die Worte K.'s zu nehmen hatten. Ich habe einige Zeit gebraucht um mir zu überlegen wie ich damit umgehen wollte, dann entschied ich mich dazu noch einmal mit K. über die Drohung zu reden, und ihn danach wegen seines Verhaltens nicht mehr zu treffen.

Er hat noch zwei-dreimal versucht mir irgendetwas zu dem Thema zu erklären, schnell merkte ich allerdings dass er offensichtlich vieles von dem, worum es mir ging, nicht verstanden hatte. Dazu gehörte, dass er sich in seinem bedrohenden Verhalten jedes Mal selber verteidigen wollte und jemandem eine rein zu haun' wohl als sowas wie ein Kavaliersdelikt ansieht. Zusätzlich ist er die ganze Zeit davon ausgegangen er könnte mich komplett für sich gewinnen, wenn er sich nur genug anstrengte, und hatte mich damit komplett ignoriert, als ich ihm vorher mehrmals erzählte dass ich zu der Zeit die offenen Beziehung sehr genoss, und keine Lust auf eine monogame Beziehung hatte. Ich habe deshalb jedes Gespräch frühzeitig abgebrochen und ihn alleine stehen lassen, weil er so uneinsichtig, unsensibel und makrig war. Bis heute haben wir keinen Kontakt mehr, selbst wenn er noch manchmal im selben Raum ist wie ich, tut er so als wäre ich nicht da.



Die dritte Affäre kam wieder ziemlich unerwartet, ich lernte Leo über eine Freundin an einem Partyabend kennen, wir kamen soweit miteinander aus, und hatten sogar einen sehr berührenden Moment. Das heißt, der Moment war vor allem für ihn sehr tief und persönlich, und ich habe das in der Situation schon bemerkt. Wir fingen an uns zu treffen, ich war mir aber unsicher darüber, was er von mir wollte. Leo ist ein paar Jahre jünger als ich, weshalb ich außerdem richtige Bedenken hatte, denn ich habe mich bisher eher für reifere (und meist also ältere) Menschen interessiert. Mit ihm war es soweit alles in Ordnung, wir hatten unseren Spaß und irgendwann wollte er sich nicht mehr treffen, weil er „was Festes“ suchte. (Ihm hatte ich an unserem zweiten Treffen von meiner Beziehung erzählt.)Wir haben uns seitdem nicht mehr gesehen, manchmal schreibt er mir allerdings noch. Wie es mir geht möchte er dann wissen, und was ich so mache. Ich antworte ihm jedes mal, und er erzählt mir jedes mal allerdings sehr wenig von sich und antwortet mir spätestens nach der dritten SMS unkommentiert einfach nicht mehr. Nach ein paar Wochen geht das Spiel wieder von vorne los. Letztes Mal habe ich ihn auf dieses Verhalten aufmerksam gemacht, er hat wieder nicht geantwortet.



Ich habe so dass Gefühl dass Leo diesen oberflächlichen und unpersönlichen Smalltalk nur betrieben hat, um sich seines schlechten Gewissens zu entledigen. Es scheint als habe er ziemlich viel Angst Menschen durch Zurückweisungen zu verletzen, und als stelle diese Art des Kontakts eine Möglichkeit für ihn dar, sich nicht so schuldig fühlen zu müssen. Diese Vermutung scheint mir plausibel weil er mir tatsächlich von gewissen Schwierigkeiten mit Beziehungsabbrüchen erzählt hat.



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