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Auf diesem Blog möchte ich mich mit Themen wie Liebe, Beziehungen, Sex, Lebensentwürfe und Lifestyle beschäftigen und auch einige persönlichen Erfahrungen teilen. Ich wende mich seit einer Zeit immer mehr von dem Modell der romantischen Zweierbeziehung ab und entdecke immer mehr Alternativen, an denen ich mich gerne probiere. Die Artikel sind thematisch gesammelt, schaut einfach mal rein!

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Offene Beziehung ausprobieren #1

seitdem ich seid drei Jahren selbstständig lebe und wohne begegneten mir immer wieder eine Menge Themen rund um die Sexualität und Beziehungsmodelle, in den vergangenen Monaten habe ich immer wieder gemerkt, dass ich, trotz fester Beziehung, zu einigen Menschen hingezogen fühlte. Dieses Gefühl verstärkte sich je mehr ich ihm, Stück für Stück, Raum in meinem Kopf geben konnte.

 

Ich habe mit meinem Freund (mit dem ich seit 1einhalb Jahren zusammen bin, von Anfang an "fest") das erste Mal vor ein paar Monaten ziemlich theoretisch darüber unterhalten und wir tauschten unsere Bedenken über offene Beziehungsmodelle aus. Das zweite Gespräch verlief ähnlich, nur mit einem größeren Realitätsbezug und weniger theoretisch. Beim dritten mal war ich mir meiner Gefühle sehr sicher geworden, dass ich gerne die Beziehung öffnen wollte. So sehr, dass ich wirklich nicht noch länger warten und grübeln wollte.

 

Nachdem ich bei den ersten beiden Gesprächen schon seine Einschätzung dazu gehört hatte, bereitete mir der Gedanke ziemliche Bauchschmerzen Alex darauf ansprechen zu müssen, denn er hatte immer wiederholt dass er sich keine offene Beziehung mit mir vorstellen könnte, aus Eifersucht, Verlustängsten und wie sollte das überhaupt funktionieren, dann müsste man ja jede einzelne Verabredung immer mega koordinieren wann wer Zeit hat.

Ich versuchte ihm so gut ich konnte zu erklären, dass mein Bedürfnis nach einer offenen Beziehung nicht aus irgendwelchen Makeln in unserer Beziehung kamen und das eigentlich auch nichts mit ihm zu tun hatte. Ich war mir während dessen sehr wohl darüber bewusst dass er wahrscheinlich Schluss machen würde.

 

Ich musste meine Freiheit gegen eine momentan gut laufende Beziehung abwägen, mit der Perspektive dass sich mein Drang nach Ausleben-Können noch verstärken würde, mein Freund allerdings seine Ansicht zukünftig nicht großartig ändern würde. Also einschränken für den Freund und auf außerbeziehelichen Spaß verzichten mit einem ständigen schlechten Gewissen beim Anblick bestimmter Menschen? Oder davon ausgehen, dass es die Beziehung auf die Dauer eh nicht halten kann, wenn er nicht auf meine Wünsche eingehen würde und sie zugunsten der Freiheit gleich auf Spiel setzen? Oder Beziehungspause (würde er das mitmachen?) Oder Schluss machen (sind unsere Ideale zu verschieden? möchte ich mich überhaupt nochmal jemals auf einen Menschen beschränken/von einem derart einschränken lassen?)
Ein Kumpel schlug mir vor doch einfach Sex mit anderen zu haben hinter dem Rücken meines Freundes, was ich als Betrug bezeichnen würde. Diese Option war und ist mir zuwider, obgleich ich verstehen kann, wenn Menschen sich in so einer Zwickmühle, in der ich mich ebenfalls fühlte, für diesen Weg entscheiden. So lang sie*er's nicht weiß... ist n scheiß Sprichwort!

 

Nach noch einem weiteren Gespräch hat sich mein Freund mir gegenüber ein wenig verständnisvoller gezeigt, und offensichtlich hatte er auch seine Eifersuchts- und Angstgefühle ein wenig reflektiert, allerdings erst nachdem ich noch einige Male beteuert habe dass es mir wichtig ist und ich unsere Beziehung aber nicht beenden wollte. Ich fühle mich wirklich richtig wohl bei ihm, wir bestärken uns gegenseitig und können uns gut miteinander fallen lassen!

Er kam also zu dem Schluss, dass er es mit mir ausprobieren möchte, hatte sich aber einige Regeln einfallen lassen, die ihm wichtig sind.. Wir haben diese gemeinsam ergänzt und diskutiert und uns geeinigt. Wir wollen eine Beziehung versuchen, in der beide grundsätzlich Sex mit Dritten haben können, es darf aber nicht "zu viel" sein, nicht zu viel Zeit, nicht zu viel Gefühl, also keine Affären oder Beziehungen nebenher, eher so Sex-Friends und One- oder More-Night-Stands. Aber nur solange sich dies in der Praxis als unproblematisch erweißt, heißt mit angenehm wenigen negativen Gefühlen leben lässt. Ansonsten steh ich vielleicht bald schon wieder vor der selben schweren Entscheidung: ist diese Beziehung sinnig wenn ich einen ziemlich hohen Preis dafür zahlen muss? Ist das das Beste für mich? Und wie egoistisch kann und will ich in diesem Fall sein?

 

Der Status quo ist, dass wir die Regeln gerade erst seit ein paar Tagen festgenagelt haben und sich noch für keinen von uns eine Chanche ergeben hat die neue Öffnung auszuprobieren. Vielleicht dieses Wochenende..

 

Wie auch immer das mit uns weitergehen wird, dieser "Konflikt" und unsere gemeinsam erarbeitete Lösung haben uns nach meinem Empfinden noch ein Stück mehr zusammengeführt, sensibler für den anderen gemacht und uns noch etwas deutlicher gezeigt wie wichtig wir uns sind. Im Moment bin ich positiv gestimmt.

 

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